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VDM-Metals in Werdohl, Deutschland, wurde am 9.1.2023 Opfer einer Cyberattacke. Diese dürfte schwerwiegende Auswirkungen gehabt haben. Denn die Produktion musste heruntergefahren werden und konnte erst nach und nach wieder hochgefahren werden. So werden Mitte Februar ca. 50% Produktionsleistung und erst im Laufe des März 100% der Produktionsleistung erreicht werden. Die administrativen Systeme, wie Zeiterfassung & Co brauchen noch bis in den April hinein.

Die Frage ist: Wie geht man in dieser Zeit mit dem Personal (und den Kosten) um?

VDM hat hier den folgenden Weg beschritten:

Das Unternehmen und die jeweiligen lokalen Betriebsräte haben Vereinbarungen über Kurzarbeit getroffen. Demnach war und ist immer noch Kurzarbeit möglich, wenn die Mitarbeiter zuvor Überstunden und Resturlaubstage abgebaut haben. Je nach Auslastung und Verfügbarkeit der technischen Ausstattungen variiert das Ausmaß der Kurzarbeit aber an den verschiedenen VDM-Standorten. Die VDM gewähren ihren Arbeitnehmern auch eine gewisse finanzielle Absicherung. So zahlt das Unternehmen einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld, der bis zu 23 Prozent beträgt.

Die Lohn- und Gehaltsabrechnungen haben dem Unternehmen aber zumindest im Januar noch erhebliche Probleme bereitet, unter anderem, weil von dem Hackerangriff auch die elektronischen Stempeluhren betroffen sind. So konnten die Arbeitszeiten nicht oder nur teilweise und nur lokal erfasst und somit nicht an die Abrechnungsstelle übermittelt werden. Die VDM haben das Problem offenbar gelöst, indem sie Arbeitern und Angestellten Lohnabschläge und Grundgehälter ausbezahlt haben und die Spitzabrechnungen vorgenommen werden, sobald die Systeme wieder einwandfrei laufen. Das soll, so ist die Hoffnung, spätestens im April wieder der Fall sein.

https://www.come-on.de/lennetal/werdohl/vdm-liquiditaet-ist-gesichert-92107779.html

Also auch die Vorausplanung bzgl. Kurzarbeit in solch einem (Teil-)Stillstand sind mögliche Lösungen für ein Notfallhandbuch. Zumindest die Idee sollte man in einem solchen Handbuch niederschreiben, damit man dann rechtzeitig daran denkt.

Thomas Laszlo
Thomas Laszlo

Thomas Laszlo ist DER Experte für Notfallpläne. Schon seit Beginn seiner Karriere beschäftigt er sich mit dem Thema. Egal ob in der Hotellerie, als auch in der IT, wo er als IT-Leiter immer gleichzeitig Krisenmanager war. Seit 2019 begleitet er Unternehmen bei der Erstellung eigener Notfallpläne. Er ist Vortragender zum Thema Business Continuity bei diversen Wirtschaftsverbänden und IT-Kongressen.

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