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Heute lassen wir mal Zahlen sprechen:

Laut der Studie „Cybersecurity in Österreich 2026″ von KPMG und dem Sicherheitsforum Digitale Wirtschaft (KSÖ) führten 30 Prozent der Cyberangriffe zu einem länger andauernden Unternehmensstillstand (Studie von KPMG). Jeder achte Angriff auf ein österreichisches Unternehmen war erfolgreich – und danach ging oft tagelang nichts mehr. Auch die deutsche Studie „Cybersicherheit in Zahlen 2025/2026″ von G DATA, brand eins und Statista bestätigt das: Betriebsausfälle sind mit 31,9 Prozent die häufigste Folge eines IT-Sicherheitsvorfalls, noch vor Datenverlust und finanziellen Schäden (Studie von Statista).

Was ein Stillstand wirklich kostet

Laut KPMG/KSÖ steht ein betroffenes österreichisches Unternehmen im Schnitt 24 Stunden komplett still (45 Prozent der Fälle), bei 7 Prozent dauert es drei bis vier Wochen. Ein gutes Viertel weiß nicht einmal, wie lange der Ausfall tatsächlich dauerte – fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) muss externe IT-Berater:innen hinzuziehen, um wieder anzulaufen. Die deutsche G-DATA-Studie zeigt, dass die Erholung meist länger dauert als erwartet: Im Schnitt werden 5,85 Monate erwartet, tatsächlich vergehen 7,34 Monate – bei zuvor gekürzten Sicherheitsbudgets sogar 10,88 statt erwarteter 8,14 Monate.

Und der Stillstand ist teuer. In Österreich kennt laut KPMG/KSÖ ein Drittel der betroffenen Unternehmen die genaue Schadenshöhe gar nicht; 14 Prozent beziffern sie auf 100.000 bis 500.000 Euro – für den Mittelstand potenziell existenzbedrohend. Mittlerweile geben 47 Prozent der Unternehmen an, sich durch Cyberangriffe existenziell bedroht zu fühlen (2025: 41 Prozent). Größte Sorge ist dabei die Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs (55 Prozent). Die Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2025″ bestätigt den Trend für Deutschland: Gesamtschaden 289,2 Milliarden Euro, 70 Prozent davon durch Cyberangriffe; der Anteil existenziell bedrohter Unternehmen stieg von unter 10 Prozent (2022) auf 59 Prozent (2025).

Auch die reinen Ausfallkosten sind enorm: Laut Splunk („The Hidden Costs of Downtime 2026″, mit Oxford Economics) kostet ungeplante Downtime die weltweit 2.000 größten Unternehmen 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr, deutsche Unternehmen im Schnitt 295 Millionen US-Dollar. Dass das keine graue Theorie ist, zeigen reale Fälle, die wir in unserem Blog-Bereich schon beschrieben haben:
Der Servietten-Hersteller Fasana musste nach einem Ransomware-Angriff im Mai 2025 die Produktion einstellen und meldete am 1. Juni 2025 Insolvenz an – siehe Artikel in unserem Blog.
Auch die Wehrle-Werk AG und ein Chemnitzer Autohaus mussten nach wochenlangem Stillstand Insolvenz anmelden – siehe diesen Artikel.
Auch ein Baustoffhändler stand nach einer Cyberattacke – siehe dieser Artikel.

Wie man das hätte verhindern können

Der Fehler liegt fast nie im Angriff selbst, sondern in der fehlenden Vorbereitung auf den Tag danach. Laut KPMG/KSÖ ist die „Zero Day Clock” – die Zeit vom Bekanntwerden einer Schwachstelle bis zu ihrer Ausnutzung – von 23,2 Tagen (Mai 2025) auf nur noch 10 Stunden (Mai 2026) gesunken. Wer nicht längst vorbereitet ist, hat keine Zeit mehr dafür.

Unternehmen, die einen Angriff gut überstehen, haben erstens getestete Notfallpläne, die festlegen, welche Systeme lebensnotwendig sind – das Konzept der „Minimum Viable Company” haben wir hier erklärt. Zweitens getrennte, offline gehaltene Backups und segmentierte IT-Systeme. Und drittens Kommunikationspläne, denn ein Angriff trifft binnen Stunden auch das Vertrauen von Mitarbeitenden und Kunden – fehlende Kommunikation kommt teuer zu stehen. Externe Netzwerke wie ein Cyber-Bündnis mit anderen Betrieben bringen im Ernstfall zusätzliche Zeit und Ressourcen, wie hier beschrieben.

Lessons learned

  • Einen schriftlichen, regelmäßig aktualisierten Notfallplan mit priorisierten Systemen und realistischen Wiederanlaufzeiten erstellen.
  • Backups nach der 3-2-1-Regel führen und die Wiederherstellung regelmäßig testen, nicht nur die Sicherung.
  • IT-Systeme segmentieren, damit sich Schadsoftware nicht ungehindert ausbreitet.
  • Notfallübungen tatsächlich durchspielen, nicht nur auf dem Papier planen.
  • Kommunikationspläne für Mitarbeitende, Kunden und Behörden vorbereiten.
  • Cyberversicherung als Ergänzung, nicht als Ersatz für einen funktionierenden Notfallplan sehen.
  • Sicherheitsbudgets nicht kürzen: Bei reduzierten Investitionen verlängert sich die Wiederherstellungszeit um mehrere Monate.
Thomas Laszlo
Thomas Laszlo

Thomas Laszlo ist DER Experte für Notfallpläne. Schon seit Beginn seiner Karriere beschäftigt er sich mit dem Thema. Egal ob in der Hotellerie, als auch in der IT, wo er als IT-Leiter immer gleichzeitig Krisenmanager war. Seit 2019 begleitet er Unternehmen bei der Erstellung eigener Notfallpläne. Er ist Vortragender zum Thema Business Continuity bei diversen Wirtschaftsverbänden und IT-Kongressen.

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